Cyanotypie auf Stoff – Experimente unter der Sonne Menorcas
Im September verbrachte ich einige Tage auf Menorca, auf Besuch bei einer Freundin. In ihrem sehr schönen Haus, umgeben von Wind, Pflanzen, Meer und Licht, wollten wir herausfinden, wie sich Cyanotypie auf Stoff verhält.
Wir probierten Verschiedene Stoffe aus. Bald merkten wir, dass es hilfreich ist, den Stoff zuerst leicht anzufeuchten. Dann lässt er sich sanfter mit der Cyanotypie-Flüssigkeit bestreichen. Es genügt, wenn die oberste Schicht Lichtempfindlich ist – der Stoff muss sich nicht vollsaugen.
Das Auftragen fühlt sich anders an als auf Papier. Der Stoff lebt, bewegt sich, nimmt das Flüssigkeit unruhiger auf. Und er braucht Geduld – beim Trocknen ganz besonders.
Anschließend legten wir Blätter, Blüten und kleine Zweige auf die Oberfläche und trugen unsere Stoffstücke in den Garten. Wenn die Sonne stark war, reichten vier bis zehn Minuten Belichtung, ähnlich wie unter meiner UV-Lampe im Atelier. Doch sobald Wolken aufzogen, dehnte sich die Zeit. Das Licht wurde schnell weniger, und die Belichtungszeiten dauerten ewig. Der längste Versuch waren 5 Std. Und das war immer noch zu kurz.
Mein Learning: Die Sonne lässt sich nicht planen. Ich werde weiterhin mit meinen künstlichen Lichtquellen arbeiten.