Analoge fotografische Methoden

Das Fotografieren mit Fotoapparaten ausserhalb der Norm führt zu Fotos, deren Ausstrahlung zum Staunen anhält. Ich suche nach Fotografien, welche eine Abbildung der äusseren Realität festhalten, die nicht realistisch ist, sondern wo die individuellen Eigenschaften der Kameras die Realität verzerrt.

Das Prinzip der Camera Obscura ermöglicht es, Fotoapparate mit einfachsten Mitteln selbst zu bauen. Sie besteht aus einem lichtdichten Raum, in den durch ein winziges Loch ein Abbild der Aussenwelt auf die Innenwand projiziert wird. Trifft dieses Bild auf ein lichtempfindliches Material – etwa Fotopapier, Film oder einen Sensor – kann es dauerhaft festgehalten werden.

Die Wirkung lässt sich gezielt beeinflussen: Eine gekrümmte oder wellige Projektionsfläche verzerrt die Abbildung, mehrere oder geformte Löcher verändern die Bildwirkung. Auch Belichtungsdauer, Bewegungen von Kamera oder Motiv sowie die Wahl des Trägermaterials – ob Schwarzweiss- oder Farbfilm, Direktpositivpapier, Röntgenfilm oder selbst beschichtete Unterlagen – eröffnen zahlreiche gestalterische Möglichkeiten.

So macht die Camera Obscura die physikalischen Grundlagen der Fotografie unmittelbar sichtbar und ist zugleich ein ideales Werkzeug für künstlerisches Experimentieren und den Unterricht.